Articles

BR-Recherche deckt Netzwerk illegaler Online-Casinos auf

Sofia Schmitt · Jul 9, 2026

BR-Recherche deckt Netzwerk illegaler Online-Casinos auf

Illustration zu illegalen Online-Casinos und Regulierungsmaßnahmen in Deutschland

Ein investigativer Bericht von Bayerischer Rundfunk und internationalen Partnern legt ein Netzwerk von etwa 120 unzulizenzierten Online-Casino-Plattformen offen, das von der Soft2Bet-Gruppe mit Sitz in Zypern und Malta betrieben oder unterstützt wird, wobei Gründer Uri Poliavich im Mittelpunkt steht; diese Seiten richten sich gezielt an deutsche Spieler, obwohl sie keine GGL-Lizenzen besitzen. Interne Dokumente, die durch Whistleblower zugänglich wurden, zeigen, dass das Netzwerk zwischen 2020 und 2024 mehr als 600 Millionen Euro durch illegale Aktivitäten generierte, während Similarweb-Daten für Mai 2026 allein rund acht Millionen Besuche von Nutzern aus Deutschland belegen. Die Ermittlungen beleuchten aggressive Marketingstrategien gegenüber spielsüchtigen Personen sowie Stellungnahmen von Aufsichtsbehörden und dem Bundessuchtbeauftragten.

Hintergründe zur Soft2Bet-Gruppe und den Plattformen

Die Soft2Bet-Gruppe mit Gründer Uri Poliavich agiert von Standorten in Zypern und Malta aus, wo die Organisation ein System aus rund 120 Casino-Websites aufbaut, die ohne erforderliche Genehmigungen der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) operieren; diese Plattformen locken deutsche Nutzer durch spezifische Werbemaßnahmen an, obwohl der deutsche Glücksspielstaatsvertrag klare Lizenzpflichten vorschreibt. Whistleblower lieferten interne Unterlagen, die den Betrieb dieser Seiten detailliert dokumentieren und zeigen, wie die Gruppe ihre Strukturen organisiert, um regulatorische Kontrollen zu umgehen, während die Seiten kontinuierlich Inhalte anpassen, um deutsche IP-Adressen und Zahlungsmethoden zu unterstützen. Beobachter stellen fest, dass solche Netzwerke auf technische und rechtliche Lücken setzen, die es ermöglichen, trotz fehlender Zulassungen hohe Besucherzahlen zu erzielen.

Finanzielle Ergebnisse und Nutzerstatistiken

Zwischen 2020 und 2024 erzielte das Netzwerk Umsätze von über 600 Millionen Euro aus illegalen Glücksspielaktivitäten, wobei die Einnahmen aus Wett- und Casino-Angeboten stammen, die ohne deutsche Lizenz bereitgestellt werden; Datenanalysen von Similarweb bestätigen für Mai 2026 etwa acht Millionen Besuche deutscher Nutzer auf diesen Plattformen, was auf eine signifikante Reichweite innerhalb des deutschen Marktes hinweist. Die Berichterstattung verbindet diese Zahlen mit Leaks interner Finanzdokumente, die Aufschluss über Zahlungsströme und Gewinnmargen geben, während die Analyse zeigt, wie die Gruppe ihre Einnahmen über verschiedene Jurisdiktionen verteilt, um die Herkunft der Mittel zu verschleiern. Experten verweisen darauf, dass solche Volumina regulatorische Lücken verdeutlichen, die durch grenzüberschreitende Strukturen entstehen.

Taktiken gegenüber vulnerablen Spielern

Der Bericht beschreibt aggressive Vorgehensweisen der Plattformen gegenüber Personen mit Spielsucht, darunter personalisierte Werbung und Anreize, die auf Nutzerdaten basieren, um wiederholte Besuche zu fördern; interne Aufzeichnungen belegen, wie Betreiber gezielt auf Verhaltensmuster reagieren, die auf Abhängigkeit hindeuten, ohne dass Schutzmechanismen wie Selbstausschlüsse implementiert werden. Regulatoren und der Bundessuchtbeauftragte kommentieren diese Praktiken als Verstöße gegen Verbraucherschutzstandards, wobei sie auf Fälle verweisen, in denen Spieler trotz erkennbarer Risiken weiter animiert werden, Einsätze zu tätigen. Solche Methoden stehen im Kontrast zu lizenzierten Angeboten, die verpflichtende Sicherheitsvorkehrungen einhalten müssen.

Darstellung von Glücksspielregulierung und Behördenkontrollen

Stellungnahmen der Aufsichtsbehörden

Vertreter der Glücksspielbehörde Glücksspielbehörde äußern sich zu den Enthüllungen und betonen die Notwendigkeit verstärkter Durchsetzungsmaßnahmen gegen grenzüberschreitende illegale Angebote, während sie auf bestehende Kooperationen mit internationalen Partnern verweisen, um solche Netzwerke zu identifizieren und zu unterbinden. Der Bundessuchtbeauftragte hebt in Kommentaren hervor, dass die betroffenen Spieler durch fehlende Lizenzierung ungeschützt bleiben und dass die ermittelten Umsätze die Dimension des Problems verdeutlichen; Behörden kündigen weitere Prüfungen an, um Betreiber zur Rechenschaft zu ziehen und Präventionsmaßnahmen auszubauen. Die Berichterstattung integriert diese Positionen mit Daten aus dem Untersuchungszeitraum und zeigt, wie Behörden auf die aufgedeckten Strukturen reagieren.

Auswirkungen auf den deutschen Markt

Die Untersuchung verdeutlicht, wie unzulizenzierte Angebote den legalen Markt unterlaufen und Spieler in Bereiche ohne Aufsicht lenken, wobei die acht Millionen Besuche im Mai 2026 als Indikator für anhaltende Nachfrage dienen; Finanzdaten aus den Leaks illustrieren die Profitabilität solcher Modelle über mehrere Jahre hinweg, während sie gleichzeitig die Herausforderungen für die GGL bei der Lizenzvergabe und Überwachung aufzeigen. Beobachter notieren, dass die internationale Dimension der Soft2Bet-Aktivitäten zusätzliche Koordinationsbedarfe zwischen nationalen und europäischen Stellen schafft, um ähnliche Fälle künftig früher zu erkennen. Die Recherche stellt Verbindungen zu bestehenden Regulierungsrahmen her und liefert Grundlagen für weitere Ermittlungen.

Schlussfolgerung

Der BR-Bericht mit Partnern fasst die Fakten zu dem Netzwerk zusammen und liefert eine Grundlage für regulatorische und rechtliche Schritte gegen die identifizierten Plattformen und deren Betreiber; die Kombination aus finanziellen Zahlen, Besuchsstatistiken und Behördenkommentaren zeichnet ein klares Bild der illegalen Aktivitäten zwischen 2020 und 2024 sowie deren Fortdauer in den aktuellen Monaten des Jahres 2026. Aufsichtsstellen und Experten nutzen diese Erkenntnisse, um bestehende Mechanismen zu überprüfen und anzupassen, sodass künftige Maßnahmen auf den dokumentierten Strukturen aufbauen können.